Praxistipps

Reizthema Reitbeteiligung

An der Pinnwand des landwirtschaftlichen Marktes hängen dutzende Zettel, auf denen eine Reitbeteiligung gesucht wird. Vom schnellen Einzeiler bis zum halben Roman ist alles vertreten. Für FR-Autorin Katja Hinzberg Grund genug, sich näher mit diesem scheinbar brisanten Thema zu beschäftigen.

Die Welt ist bunt
• „Zuverlässige Reitbeteiligung ab 18 nach Meinestadt gesucht. Telefon:“
• „Ich bin Sölki, eine achtjährige Islandstute, und ich gehe gern ins Gelände. Da meine Besitzerin wenig Zeit für mich hat, suche ich jetzt ein nettes Mädchen bis 60 kg Körpergewicht, mit dem ich in unserem herrlichen Ausreitgelände zwei- bis dreimal in der Woche Spaß haben kann. Du solltest über gute Reitkenntnisse verfügen und aus dem Raum xy kommen. Mithilfe bei der Stallarbeit (Abmisten des Auslaufs) ist erwünscht. Telefon:“
• „Ich bin 14 Jahre, reite seit zwei Jahren im Verein und suche ein nettes Pferd, das ich privat reiten darf, am Liebsten einen Haflinger oder Norweger. girlie1@anbieter.de
• „Fähige Reitbeteiligung für Turnierpferd (Springen bis A, Dressur L-platziert, M in Ausbildung) gesucht, siebenjähriges Nachwuchs-Talent von Donnerhall, 174 Stm. Pferd steht im Trainingsstall Kenntjeder. Kostenbeteiligung 80,- € zzgl. variable Kosten bei Turnierteilnahme. Telefon:“
• „Bonnie ist eine 16-jährige Quarterhorse-Stute und ist ausgebildet bis Parelli Level 3. Diverse Platzierungen in Halter, Horsemanship und Trail. Wegen Schale nur noch bedingt reitbar. Wir suchen eine verständnisvolle Reitbeteiligung, die Bonnie kompetent und liebevoll beschäftigt und mit ihr gemütliche Schrittausritte unternimmt. Du solltest max. 70 Kilo wiegen, Dich mit Horsemanship auskennen, mobil und wetterfest sein, denn Bonnie wohnt im Offenstall. Gelegentlich solltest Du die Versorgung unserer drei Pferde übernehmen können, wenn wir im Urlaub sind. Telefon ab 18 Uhr:“
• „Nach meiner Kinderpause möchte ich so gern wieder Anschluss an die Pferdewelt finden und suche ein Reitbeteiligungspferd um Raum Meinestadt. Das Pferd sollte groß, Gewichtsträger und geländesicher sein. Sehr gern würde ich auch wieder Reitstunden in einem Verein nehmen. Bitte Angebote bis max. 50,- € im Monat. Tel.“
• „Reit- und Pflegemädchen für unsere Schulpferde gesucht. 50 €/Monat bei einmal wöchentlich vormittags reiten, Reitverein XY, Telefon:“

Geschichten, die das Leben schreibt
„Es klang alles so toll!“ schwärmt Lea, die 19-jährige Auszubildende. „Die Pferdebesitzerin war nett, ihre Ansprüche passten gut zu meiner Vorstellung. Das Pferd wurde gut gehalten, hatte viel Weidegang, der Schmied kam regelmäßig und über die Kosten waren wir uns auch schnell einig.“ Dass der großrahmige Wallach auf einem Bauernhof stand und ausschließlich im Gelände geritten wurde, störte Lea überhaupt nicht. Zunächst. Doch nach einigen Wochen wurde es der ehrgeizigen Reiterin zu langweilig, „immer nur durchs Gelände zu bummeln“, und sie fragte die Pferdebesitzerin nach Unterrichtsangeboten in der Umgebung. Eine mobile Reitlehrerin, bei der auch Carlos’ Besitzerin gelegentlich Unterricht nahm, war mit 30 Euro pro Einzelstunde für Lea nicht finanzierbar. Einen Kursbesuch lehnte Carlos’ Besitzerin kategorisch ab, denn sie wollte ihrem ungeimpften Pferd keinen Stallwechsel zumuten. In ihrem Bekanntenkreis bekam Lea immer öfter mit, dass man sich zu gemeinsamen Ausritten traf. Nur sie „zockelte“ mit ihrem Carlos allein durch den Wald. Leas Frust wuchs und als der Sommer vorüber war und das Herbstwetter die Ausritte unbequem werden ließen, kündigte sie die Reitbeteiligung an Carlos. Dessen Besitzerin war sauer: „Du hast das von Anfang an gewusst, hast Dir einen schönen Sommer mit meinem Pferd gemacht und jetzt, wo es unbequem wird, kneifst Du.“

„Als das 14-jährige Mädchen auf den Hof kam, war ich vom ersten Eindruck begeistert. Sie war pünktlich, höflich und hatte mir am Telefon erzählt, dass sie seit drei Jahren Unterricht nimmt,“ erzählt Karin, die Besitzerin von Haflingerstute „Bienchen“. „Bienchen ist gut erzogen, brav und verkehrssicher, aber manchmal hat sie halt ihren eigenen blonden Dickschädel“. Karin und Fabienne, das nette Pferdemädchen, betraten den Offenstall, um Bienchen zum Putzen und Satteln zu holen. „Ich war geschockt“, staunt Karin, „da stand das Mädel mit dem Halfter in der Hand vor meinem Pony und wusste nicht, wo oben und unten ist. Die Mutter, die das Schauspiel vom Tor aus beobachtete, erklärte verlegen: ‚Naja, im Reitverein standen die Pferde schon gesattelt in der Bahn, wenn ich meine Tochter zum Unterricht brachte.’“. Da Karin aus beruflichen Gründen eine zuverlässige Entlastung bei der Pferdepflege suchte, war die Reitbeteiligung mit Fabienne damit schon beendet, bevor sie überhaupt begonnen hatte. „Ich konnte das Mädchen ja nicht alleine lassen. Und es wäre viel zu zeit-intensiv für mich gewesen, ihr das alles beizubringen. Ich hätte ständig Angst gehabt, dass sie das Pony nicht alleine aus der Herde heraus bekommt, es falsch anbindet und sich oder andere verletzt.“

„Es begann mit Kleinigkeiten“, blickt Pferdebesitzerin Helga zurück. „Die Putzkiste sah zum Gruseln aus. Die Sattelpflege, die wir vereinbart hatten, habe ich in fünf Monaten nicht ein einziges Mal erlebt. Ich habe Sophie, meiner Reitbeteiligung, das gesagt, und sie entschuldigte sich und versprach Besserung. Hintenrum hörte ich dann von anderen Vereinsmitgliedern, dass Sophie über mich schimpfte.“ Die Pferdebesitzerin suchte das Gespräch bei einer Cola im Reiterstübchen. Sophie wich ihr aus, rechtfertigte sich. „Irgendwann stand mein Pferd nass geschwitzt auf dem Paddock. Bekannte, die mit ihrem Hund in der Gegend unterwegs waren, berichteten mir Tage später, dass sie im Wald ein Wettrennen mit mehreren Pferden beobachtet hätten – Berg rauf, Berg runter. Meines sei dabei gewesen. Ich habe Sophie zur Rede gestellt.“ Das war das letzte Gespräch – Sophie kam nie mehr wieder zum Reiten, beantwortete Anrufe nicht mehr. Von Bekannten erfuhr Helga, dass Sophie sie „herrische Zicke“ genannt und weinend den Stall verlassen habe….
„Zum Schluss fühlte ich mich nur noch ausgenutzt“, erzählt Steffen traurig. „Es war vereinbart, dass ich für meine Reitbeteiligung an dem Appaloosa-Wallach nichts bezahlen muss und dafür am Wochenende die Stallarbeit übernehme. Das bedeutet, vier Pferde füttern, auf die Weide bringen und ihre Boxen misten, Stall und Hof fegen, Paddocks abäppeln. Es ging eine Weile ganz prima, sogar am Unterricht durfte ich kostenlos teilnehmen und habe dort viel gelernt. Doch dann vertrat sich Best Boy auf der Weide, der Tierarzt stellte einen Sehnenschaden fest und verordnete eine lange Reitpause. Die Pferdeversorgung machte ich trotzdem weiter. Dafür wurde die Arbeit immer mehr, häufig sollte ich auch unter der Woche abends kommen, um die Pferde zu versorgen.“ Als Steffen nach einigen Wochen fragte, ob er zum Ausgleich eines der anderen Pferde reiten dürfe oder seine Stallarbeit vergütet bekäme, reagierten die Pferdebesitzer patzig. „Das wäre doch mein Problem, ihre Kosten liefen ja auch weiter… Ich war sehr traurig, aber daraufhin habe ich gekündigt.“

1000 gute Gründe
Beim Thema Reitbeteiligung prallen von beiden Seiten Wünsche und Vorstellungen aufeinander, die oft nur schwer unter einen Hut zu bringen sind. Und als ob es mit den Fakten wie Reitweise, Ausbildungsstand und Kostenbeteiligung nicht schon kompliziert genug wäre, kommen noch unzählige „weiche“ Faktoren hinzu, wenn Reitbeteiligung, Pferdebesitzer und Pferd wirklich zusammen finden wollen. Je mehr Ansprüche der Pferdebesitzer formuliert, umso schwerer wird es, eine passende Person zu finden, die das Pferd reiten und versorgen kann und soll. Sein Pferd einer Reitbeteiligung anzuvertrauen, bedeutet immer auch, ein Stück loslassen zu können. Daher sollten Pferdebesitzer sich im Vorfeld die ehrliche Frage stellen: „Will und kann ich das wirklich?“ Vielleicht hilft auch eine kleine Portion Gelassenheit und sich hin und wieder darauf zu besinnen, dass die Reitbeteiligung dem Bewegungstier Pferd wahrscheinlich mehr Gutes tut, als schadet…
Auch über die Motive sollte man sich vorher klar sein. Bei manchen steht der finanzielle Aspekt im Vordergrund. Ein Pferd ist nun mal nicht billig und wenn am Monatsende Ebbe auf dem Konto ist, ist die Versuchung groß, Abhilfe zu schaffen und das Pferd sich einen Teil seiner Unterhaltskosten selbst verdienen zu lassen. Vielleicht ist es aber auch schlicht und ergreifend die Zeit, die fehlt. Kleine Kinder, Beruf, Studium, Weiterbildung oder der gesteigerte Bewegungsbedarf des Pferdes im Winter, wenn die Weiden geschlossen sind, sind die am häufigsten genannten zeitlichen Gründe für den Entschluss, dem Pferd eine „Fremdbespaßung“ zu gönnen. Erst auf den zweiten Blick erkennen kann man die „Mogelpackungs-Gründe“: Mancher Pferdebesitzer hat schlicht und ergreifend Angst vor seinem Pferd und überlässt das Reiten lieber jemand anderem. Oder man verspricht sich von einer fähigen Reitbeteiligung eine kostenlose oder gar bezahlte Förderung des Pferdes – und spart sich so die Kosten für Beritt und Erziehung.

Menschen, die ein Reitbeteiligungspferd suchen, haben genau die gleichen Motive: Sie haben nicht die finanziellen Mittel, um ein eigenes Pferd zu unterhalten oder möchten diese Kosten nicht aufbringen. Vielleicht ist die Verantwortung für solch ein Tier einfach eine Nummer zu groß, das Kostenrisiko für unvorhersehbare Ausgaben wie Tierarzt oder gar Klinik nicht abgedeckt, oder man ist so realistisch, zu wissen, dass man mehr als zwei Tage in der Woche nicht für das Pferd sorgen kann oder möchte. Dennoch möchte man den leider oft ausgetretenen Pfad der Schulpferde-Reiterei verlassen und ein festes Pferd haben, dem man auch ein Stück seines Herzens widmen darf.

Fragt man Pferdebesitzer, warum der letzte Versuch mit einer Reitbeteiligung gescheitert ist, nennen viele „Unzuverlässigkeit“ als ersten Grund. Umgekehrt beschweren sich Reitbeteiligungen über „Bevormundung“ und „schlechte Haltung des Pferdes“. Versucht man aus all den Gründen und Argumenten, die beide Seiten anführen, eine Schnittmenge zu bilden, sind viele Probleme auf zwei Ursachen zurück zu führen:

1. Mangelnde, offene Kommunikation
2. Anfangs fehlen klare Vorstellungen, so dass nachher die böse Überraschung kommt.

Aber wie findet man nun eine Reitbeteiligung, die wirklich das Potenzial hat, die nächsten Jahre Pferd, Reitbeteiligung und Besitzer gleichermaßen zufrieden zu stellen? Was muss man beachten?
Fragen und Antworten

Ein offenes und ausführliches Gespräch ist eine gute Basis. Vielleicht legen Sie sich eine Checkliste parat mit den Punkten, zu denen Sie klare Vorstellungen haben, und über die Sie mit der Reitbeteiligung / dem Pferdebesitzer sprechen möchten. Aus den Erfahrungsberichten vieler Besitzer-Reitbeteiligungs-Paare entstand folgende Aufstellung:

1. Pferd: Reitweise, Ausbildungsstand, überwiegende Nutzung (Halle, Platz, Gelände? Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Trail, Hosemanship, Pleasure,…?), Teilnahme an Turnieren, Jagden, Rallyes, Kursen? Besondere Einschränkungen z. B. gesundheitlich oder hinsichtlich der Ausrüstung? Gibt es Ausbildungsziele, an denen die Reitbeteiligung mit/ohne Unterricht arbeiten soll?

2. Leistung und Gegenleistung: Wie oft pro Woche oder pro Monat reiten? Gibt es feste Tage? Wie lange wird maximal geritten (z. B. Wanderritte oder längere Ausritte möglich?) Zahlt die Reitbeteiligung einen festen Beitrag pro Monat/pro Reiten? (Vorsicht, leider hat sich der Spruch „was nix kostet, ist auch nix wert“ bewahrheitet. Bei vielen Reitbeteiligungen, die pro Reiten bezahlten, ließ der Ehrgeiz sehr schnell nach.)  Beteiligt sie sich an Kosten wie z. B. Schmied, Zusatzfutter, Tierarzt? Welche Kosten trägt die Reitbeteiligung selbst (z. B. Startgelder bei Turnieren, Reitunterricht)? Welche Arbeiten soll die Reitbeteiligung übernehmen? (Hier ist es wichtig, ganz genau zu formulieren: Was, wann wie oft, wie sorgfältig?)

3. Anforderungen: Was soll die Reitbeteiligung können? Reitkenntnisse bis Klasse x, Horsemanship-Kurs, Parelli-Grundlagen… Muss die Reitbeteiligung mobil sein? Wie flexibel muss sie zeitlich sein, wenn es um Mithilfe bei der Arbeit geht? Welche Bedingungen möchte die Reitbeteiligung gern vorfinden, z. B. einen Raum zum Umziehen, Unterrichtsangebot, Halle, Reiterstübchen, Ausreitgesellschaft?

4. Grenzen: Was darf die Reitbeteiligung, was darf sie nicht? Als praktisch sinnvoll hat es sich erwiesen, zunächst recht enge Grenzen zu setzen, die dann bei entsprechendem Vertrauen erweitert werden können. Umgekehrt wäre es deutlich schwerer, Zugeständnisse wieder zurückzunehmen, ohne sich als Pferdebesitzer wie ein „Spaßverderber“ vorzukommen. Ebenfalls aus der Praxis kommt der Tipp, als Pferdebesitzer gut erreichbar zu sein und der Reitbeteiligung die Anweisung zu geben: „Ruf mich an und frag, wenn etwas unklar ist. Lieber einmal zuviel als zu wenig“. Mit der Zeit finden sich solche Dinge und regeln sich von selbst. Viele Pferdebesitzer arbeiten mit einem Tagebuch, das sie im Sattelschrank deponieren. In diesem Tagebuch wird eingetragen, wer wann was mit dem Pferd gemacht hat. Ist z. B. ein abwechslungsreiches Programm gefragt, weiß die Reitbeteiligung, dass das Pferd unter dem Besitzer am Wochenende Dressurlektionen geübt hat und jetzt ein flotter Ausritt als Kontrastprogramm sinnvoll wäre.

5. Versicherungen: Der Pferdebesitzer sollte über eine entsprechende Haftpflichtversicherung für sein Pferd verfügen und mit dem Versicherer ausdrücklich abklären, dass eine Reitbeteiligung mit versichert ist. Und zwar sowohl hinsichtlich Schäden, die das Pferd unter der Obhut der Reitbeteiligung bei Dritten verursacht als auch Schäden, die der Reitbeteiligung selbst entstehen. Eine spezielle Unfall-Versicherung, die auch das Reit-Risiko mit abdeckt, nimmt den finanziellen Spätfolgen schwerer Stürze die Brisanz. Auch die Reitbeteiligung sollte eine spezielle Haftpflicht-Versicherung abschließen, denn die normale Privathaftpflicht wird z. B. die Reparatur des beim Sturz gebrochenen Sattelbaumes oder Tierarztkosten nicht übernehmen.

6. Kleingedrucktes: Sprechen Sie auch über „was wäre, wenn…“. Ab wann ist die Reitbeteiligung aus der (kostenmäßigen) Pflicht, falls das Pferd nicht reitbar ist? Kann sie schon einen Teil ihres monatlichen Obolus’ abziehen, wenn das Pferd ein Eisen verloren hat und der Schmied einige Tage auf sich warten lässt? Oder umgekehrt: Was ist, wenn die Reitbeteiligung für Tage, Wochen oder gar Monate ausfällt?

Schweigen ist Mist, reden ist Gold
Wenn drei Lebewesen mit Bedürfnissen, Wünschen, Vorstellungen und Erfahrungen zusammen prallen und ein Team bilden möchten, ist es völlig normal, dass es immer wieder Dinge gibt, die man besprechen muss. Sich anzunähern, abzugleichen, Grenzen zu setzen, Wünsche zu äußern und Kompromisse zu finden gehört einfach dazu. Offen anzusprechen: „Du, mir gefällt nicht wie Du das Sattelzeug hinterlässt. Ich bemühe mich immer um Ordnung und Sauberkeit, bitte tu Du das auch. Hast Du in der kommenden Woche mal Zeit, den Sattel sauber zu machen? Ich nehme den Gurt heute mit zum Waschen.“ ist ein ganz normales Gespräch, das den Zweck hat, sich anzunähern. So lange, bis man sich an einem Punkt eingependelt hat, an dem solche Klärungen immer weniger werden, vielleicht sogar überflüssig. Es kostet etwas Zeit, bis sich alle kennen gelernt und aufeinander eingespielt haben. Die Zeit, die Sie sich nehmen, um zu erklären, zu zeigen, zu fragen und zu lernen ist eine Investition, die durch ein harmonisches Miteinander belohnt wird.

In diesem Zusammenhang berichten auch viele Pferdebesitzer und Reitbeteiligungen von dem gefährlichen Katsch und Tratsch auf der Stallgasse. „Nicht mit Dritten und nicht über Dritte“ ist eine Faustregel, mit der man Missverständnisse und Zündstoff vermeidet. Falls sich ein Mitreiter über Ihr Reitmädchen beschwert, suchen Sie die Aussprache zu dritt. Falls Ihnen ein Fehlverhalten zugetragen wird („Die hat das Pferd nass geschwitzt in den Stall gestellt“), klären Sie das ebenfalls möglichst im Beisein aller Beteiligten. Und zu guter Letzt: Fragen Sie einfach Ihr Pferd. Achten Sie darauf, ob sich im Verhalten etwas verändert, ob sich kleine Unarten wie Taschenknabbern (zu viele Leckerli?) einschleichen, und wie das Pferd sich beim Reiten anfühlt. Schauen Sie mal vorbei, wenn die Reitbeteiligung bei ihm ist, und sehen, ob Ihr Pferd zufrieden oder angespannt ist. Wenn Sie sich dann beruhigt zurückziehen und wissen, dass Ihr Pferd gerade Spaß hat, dann haben Sie einen Volltreffer gelandet!
 

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